home aktuelles wir über uns mitgliedschaft leistungen veranstaltungen jugendseite kontakt links Siedlergemeinschaft Ratekau
 

Gartenfachberatung

 

Landesgartenfachberaterin Roswitha Koch

am 26. März zu Besuch im Ratekauer Rathaus

 

Am Freitag, den 26. April gegen 19:00 Uhr  kamen leider nur etwa 24 Personen in den Bürgersaal der Gemeinde Ratekau. Auf Einladung der Siedlergemeinschaft Ratekau hielt die Gartenberaterin des Verbandes Wohneigentum Schleswig-Holstein Frau Koch einen Vortrag über Schneckenbekämpfung und den Sinn und Unsinn von Mulchen.

Hier eine Zusammenfassung der beiden Vorträge deren Unterlagen uns von Frau Koch freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

 

1. Schneckenbekämpfung :

 

Schädlich sind nicht alle Schnecken. Die meisten ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenresten. Jedoch gibt es drei schädliche Nacktschneckenarten :

 

1.     die Spanische Wegschnecke

2.     die Gartenwegschnecke

3.     die genetzte Ackerschnecke

 

Ursache der zunehmenden Schneckenplage ist die Abnahme der Artenvielfalt in Natur und Gärten, kein Kleingeflügel mehr in Hof und Garten, Klimaerwärmung und milde Winter, Züchtung anfälliger Pflanzen. Das biologische Gleichgewicht ist dadurch nicht mehr gewährleistet. Zur Abwehr kann man Fressfeinde der Schnecken anlocken. Dazu gehören:

·         Insekten, wie Laufkäfer, Weberknechte, Tausendfüßler, Hornfliegen etc.

·         Amphibien, wie Kröten, Frösche, Eidechsen, Salamander etc..

·         Säugetiere (Igel, Spitzmaus, Mauswurf).

·         Vögel, wie Amsel, Drossel, Krähen, Raben, indische Laufenten etc.

 

Es gibt auch andere Schnecken, die Nacktschnecken angreifen und auch deren Eier fressen. Z.B. der Tigerschnegel. Er ist bis zu 20 cm lang und hat im vorderen Teil ein Leopardenmuster, der kielförmig zugespitzte Hinterleib hat Streifen. Er ist Standorttreu.

 

Was kann man gegen die Schneckenplage tun:

 

·         Schneckenbarrieren errichten (Schneckenkragen, Schneckenzaun, Kaffeesatz, Schnexagon, Mulchen mit Splitt Steinmehl etc.)

·         Fraßdruck durch ablenkende Fütterung und Opferbeete verringern

·         Verschmähte Pflanzen anbauen (Maiglöckchen, Fingerhut, fette Henne, etc.)

·         Anpflanzung von Blumen (Nachtkerzen, Nelken, Storchschnabel)

·         Insekten freundlichen Garten anlegen (Wasserstellen, Artenvielfalt, Insektenhotels anbieten, etc.)

 

Optimal ist die Kombination mehrerer Methoden. Auch sollte man die Nachbarn mit einbeziehen.

 

 

 

 

2. Sinn und Unsinn von Mulchen:

 

Mulchen – Bodenbedeckung mit unverrottetem organischen Material.

Funktion einer Mulchdecke ist die Unkrautunterdrückung, der Temperaturausgleich für den Boden und die Einschränkung der Bodenverdunstung sowie das Verhindern von Bodenverschlämmung, Winderosion und Nährstoffauswaschung. Die Vorteile von organischem Mulchmaterial sind Humusbildung durch Verrottung. Verbesserung der Bodenstruktur durch Mikroorganismen, sowie Nährstoffeintrag. Geeignetes organisches Material sind :

Laub, Grünschnitt, Stroh, Rasenschnitt, Blatt- und Wurzelmasse, Rindenmulch, Schafwolle und Hackschnitzel.

Zu beachten ist das Kohlenstoff – Stickstoff (C/N) Verhältnis. Deshalb sollten 50 – 80 g/m2 Hornspäne extra gedüngt werden.

Nachteile sind : Das Hacken ist schwierig, ggf. stärkerer Schneckenbefall bei dichtem feuchtem Material.

 

Schottergärten sollten vermieden werden, da sie biologisch tot und kein Lebensraum für Insekten und Pflanzen sind. Das Bodenleben verarmt durch Vlies - und Folienabdeckung. Dadurch neigen die Böden verstärkt zu Verdichtungen. Pflasterflächen und Folien verringern das Versickern von Niederschlägen. Schottergärten sind keine echten Steingärten. Sie haben keine Feinstaubbindung. Es findet keine Lärmreduktion statt und es gibt auch keine Verdunstungskühle. Schottergärten widersprechen der Landesbauordnung §9 Herrichtung und Begrünung unbebauter Flächen: Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind gärtnerisch anzulegen oder naturnah zu belassen und zu unterhalten, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung, Mietergärten oder Spielflächen benötigt werden.

 

Echte Stein- und Schottergärten benötigen Fachwissen und gute Vorbereitung. Dazu gehören auch die richtigen Pflanzen, Stauden und Kräuter, die unsere Winter überleben.

 

Wir danken Frau Koch für ihren interessanten Vortrag und die Überlassung der Unterlagen. Wir hoffen bei der nächsten Veranstaltung auf mehr Beteiligung.

 

 

Zusätzliche Infos zum Garten unter:

  www.gartenberatung.de

 

 

 

 

G.R.H.